Hallo,

der Geologenkompass erlaubt einfache topographische Aufnahmen, mit einer Grundplatte für Kartierarbeiten. Der Teilkreis hat eine linksdrehende Einteilung in 360°, ein eingebauter Neigungsmesser kann die Steigung in einem zweiten Arbeitsschritt ermitteln. Eine Dosenlibelle dient dazu den Kompass in der Ebene zu halten.

Freiberger Geologenkompass 1956 frei klein.jpg Freiberger Geologenkompass 1956 geschlossen frei klein.jpg Freiberger Geologenkompass 1956 Skala frei klein.jpg Hängekompass Freiberger 1956 klein.jpg

Mein Geologenkompass der Freiberger Präzisionswerke wurde im März 1956 produziert (aufgrund der Gerätenummer kann man in den Freiberger Werkstätten die Kompasse heute noch eindeutig zuordnen).

Der Teilkreis des Geologenkompasses ist fest und kann nicht, ganz entgegengesetzt als zu den Wanderkompassen, verdreht werden. Da wir auch beim Geologenkompass eine linksdrehende Skala haben, wird an der Magnetnadel die Richtung abgelesen. Ost und West sind vertauscht

Im Bergbau wurde in der Vergangenheit bei der Vermessung des Stollens eine Schnur vom bekannten Standort zur Zielrichtung angebracht. Der Hängekompass wurde dabei an dieser Schnur befestigt, die Dosenlibelle war eingespielt. Für den Ausgleich der Neigung hat sich eine doppelt kardanische Aufhängung besonders bewährt, was im Falle meines (Hänge-)Kompasses aber nicht gegeben ist. Heutzutage werden die Stollen durch Polygonzüge mittels Theodoliten vermessen, Hängekompasse kommen in der Regel nur noch bei Höhlenforschern zur Anwendung.

Viele Grüße
Frank